Jede Generation prägte
Der Tannerhof ist nicht auf dem “Reissbrett” konzeptioniert, sondern er ist gewachsen. Und so wie er nun ist, spiegelt er die Ideen und den Tatendrang von jeder Generation.
Die Gründergeneration als “Hippies”
Christian und Barbara als Gründer des Tannerhofes waren die Pioniere, eigentlich kann man fast sagen, die Hippies. Im Rahmen der “Zurück zur Natur” Bewegung entstand ein neues Körperbewusstsein, die Frauen sprengten das Korsett. Neben dem alten Bauernhaus, der Alten Tann, wurde ganz schnell die neue Tann und die Hütten im Wald erbaut. Je näher an der Natur desto besser. Vollwertküche war damals etwas ganz außergewöhnliches, gemeinsam mit den Gästen wurde gekocht, gegessen, gesungen, musiziert, Berge bezwungen, Wasser und Wärme erfahren. Bedingt durch eine Kriegsverletzung verstarb Christian jedoch 1922 und Barbara opferte sich alleine für den Tannerhof weiter auf.
Charisma und Elan
Bis im Jahre 1934 endlich Johannes als nächster Tannerdoktor, begleitet von seiner Frau Ursel, diesen Platz einnahm. Johannes, charismatisch und beseelt von seiner Aufgabe, prägte nun den Tannerhof für Jahrzehnte. Er baute die Neue Tann um und erweiterte die Alte Tann. Anstelle der alten Scheune entstand in den 50er Jahren ein Anbau mit vielen Zimmern im ländlichen, aber nicht originalem Stil. Zusätzlich wurde in den 60er Jahren das Badehaus erbaut, von einer Bremer Architektin. Hier sollte ein deutlicher moderner Gegenpol zum bayrischen Baustil Zeichen setzen. Johannes führte am Tannerhof das Fasten ein, das Autogene Training, schrieb darüber ein Buch und ein weiteres: “Die Gesundheit fängt zu Hause an”. Er baute die biologische Gärtnerei, hielt begeistert Vorträge über alle möglichen Gesundheitsthemen und kümmerte sich auch um die Gesundheitserziehung der Bayrischzeller Schulkinder. Bis ins hohe Alter war er sportlich und geistig aktiv, er nahm noch mit über 70 an einer Reise in den Himalaya teil und widmete sich als ein frühes Mitglied der Grünen dem Landtagswahlkampf und umweltpolitischen Themen.
Energievorreiter
Malte und seine Frau Andrea, beides ebenfalls Ärzte, übernahmen Anfang der 70er Jahre die Leitung des Tannerhofes. Sie prägten mit moderner kreislaufmedizinischer Diagnostik und setzten auf Veranlassung Andreas das Ganzheitliche mit begleitender Psychotherapie in den Vordergrund. Aber auch die Bewegung - die maßvolle Ausdauerbewegung lag Malte am Herzen und der möglichst effiziente Erhalt der Muskulatur durch isometrische Übungen. Seine eigens entwickelte Gymnastik - die “ärztliche” Gymnastik zweimal in der Woche war der Renner, präsentiert auf seine eigenwillig charmante Art.
Das Schwimmbad entstand und Malte zögerte nicht, im beginnenden Computerzeitalter, dem Tannerhof sein eigenes Programm zu stricken. Die Zeiten erforderten es auch, dass endlich Etagen-WCs und-duschen verschwanden. So wurden alle Zimmer mit eigenen Bädern ausgestattet. Dadurch sind viele unserer Zimmer nicht groß, haben aber alles, was man braucht. Die nachhaltige Energieversorgung war sein weiteres Anliegen, oft setzte er schon vielversprechende Entwicklungen wie Blockheizkraftwerke ein, bevor andere noch davon wussten. Das war allerdings häufig auch mit Experimenten verknüpft… . Seit einigen Jahren versorgt uns eine Hackschnitzelheizung, an sehr kalten Tagen unterstützt von einem Ölbrenner. Dadurch konnte Malte unseren Verbrauch an fossilen Brennstoffen deutlich reduzieren.
Der Tannerhof als Kleinod
Seit drei Jahren haben sich nun Malte und Andrea in den Ruhestand zurückgezogen und das Ruder uns Jüngeren überlassen. Beide ebenfalls Ärzte, Internist und Allgemeinärztin mit Naturheilverfahren, freuen wir uns darüber, in diesen turbulenten Zeiten von Gesundheitsreform und Qualitätsminderung durch Kostendruck sinnvolle, menschlich orientierte Medizin leisten zu können. Kombiniert mit moderner Diagnostik können wir viel bewegen. Auch der bewusste Verzicht, das Fasten ist uns wichtig und wird weiter ausgebaut.
Was die Gestaltung des Tannerhofes betrifft, ist unser Ziel, ein Kleinod zu schaffen. Die Vorraussetzungen sind da - die Lage, die alten geschichtsträchtigen Gebäude, der kuriose Mix von Alt und Neu. So versuchen wir nun behutsam, die liebevollen Eigenschaften eines jeden Stils hervorzuheben. Mit der Sauna, den renovierten Zimmern in der Alten und Neuen Tann, dem Schwimmbad ist uns das schon gelungen. Als nächstes kommen die Hütten dran, mit altem Holz, Schindeldächern, Holzöfen, lauter kleine Paradiese, damit Ihnen das Herz aufgeht… .